Berufsbild Croupier

"Ein Beruf der besonderen Art?"

Der Beruf des Croupiers ist immer noch von einer schillernden Aura umgeben. Dabei ist diese Tätigkeit mittlerweile so alltäglich wie die vieler anderer Berufe im Servicebereich. Beigetragen zu dieser oft von Missverständnissen begleiteten Aura hat sicherlich der in vielen Augen ungewöhnliche Arbeitsplatz, die vermeintlich unverhältnismäßig hohe Entlohnung, sowie der Hauch von Halbwelt und "internationalem Jet-Set".

Casinoland wird sich auf den nächsten Seiten bemühen, diesen Berufsstand so weit es geht zu entmystifizieren und versuchen, ihn so darzustellen wie er sich tatsächlich in unserer modernen Berufswelt präsentiert.

Grundsätzliches

Croupier (oder Spieltechniker / Dealer) ist kein staatlich anerkannter Lehrberuf wie ihn beispielsweise die Ausbildung zum Speditionskaufmann darstellt. Demnach gibt es auch keine genormte oder einheitliche Ausbildung in den deutschen Spielbanken. Bemühungen der Gewerkschaften und vor vielen Jahren des (nicht mehr existenten) Bundes der Spielbankbeschäftigten (BDS) den Gesetzgeber zu einer staatlichen Anerkennung sowie der Festlegung einheitlicher Ausbildungsgrundsätze zu bewegen, blieben bis zum heutigen Tag ohne Erfolg.

Einen neuen Weg ging im Jahre 2001 die saarländische Casima, die Akademie für Spieltechnik und Casinoservice. Dieses in Saarbrücken beheimatete Tochterunternehmen der Saarland Spielbanken GmbH versuchte in Zusammenarbeit mit der IHK und dem Arbeitsamt des Saarlandes eine umfassende spieltechnische Ausbildung zu etablieren. Die Casima ist in diesem Sinne jedoch nicht mehr aktiv und schult nur noch betriebsintern innerhalb der Saarland Spielbanken.

Auch in Hamburg wurde durch die IHK und die Spielbank Hamburg ein neuer Ansatz in der zertifizierten Croupierausbildung unternommen. Die Casinos der WestSpiel-Gruppe versuchten einen ähnlichen Weg.

Festzustellen ist jedoch, dass der Croupier nach wie vor eine ungelernte Arbeitskraft darstellt, was diesem hochspezialisierten Beruf in keinster Weise gerecht wird.

In den folgenden Ausführungen möchte sich Casinoland in erster Linie mit dem Croupier in Festanstellung befassen. Das Thema "Aushilfscroupier / Aushilfs-Dealer" wird auf einer weiteren Seite detaillierter beschrieben.

Voraussetzungen

Bewerber müssen in der Regel mindestens 21 Jahre alt sein. Ein maximales Alter für eine Bewerbung ist zwar nicht explizit vorgegeben, jedoch zeigt die Praxis, dass einzelne Casinos die Obergrenze für Berufsanfänger auf ca. 30 Jahre ansetzen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Wehr- oder Zivildienst sollte bereits geleistet sein. Zumindest rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse sind wegen der internationalen Klientel von Vorteil. Weiterhin wird ein einwandfreier Leumund erwartet, ein blütenweißes polizeiliches Führungszeugnis sowie geordnete finanzielle Verhältnisse. Stabile Gesundheit und eine allgemein gute physische und psychische Belastbarkeit werden vorausgesetzt. Ein gepflegtes Äußeres gilt als Selbstverständlichkeit.

Ausbildungsdauer / Kursangebote

Eine feste Ausbildungsdauer im Sinne des Wortes gibt es nicht. Die durch die deutschen Casinos angebotenen Anfängerkurse dauern je nach Ausbildungsrichtung - Kopfcroupier, Vollcroupier oder Poker/Black Jack/Amroul-Dealer - zwischen vier Wochen und sechs Monaten. Die tägliche Ausbildungsdauer beträgt zwischen zwei und sechs Stunden. Wie in allen Berufen wird "gesiebt", in der Ausbildung zum Croupier vielleicht sogar ein wenig genauer als in den übrigen Wirtschaftszweigen unseres Landes.

Ausbildungskurse zum Croupier-Anfänger finden überwiegend in den Abendstunden statt, um berufstätigen Anwärtern die Kursteilnahme zu ermöglichen. Auch Ausbildungskurse die vormittags stattfinden sind Casinoland bekannt. Vollzeitkurse gibt es ebenfalls, doch sind sie in der deutschen Spielbanklandschaft die absolute Ausnahme.

Auf den nächsten Seiten finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den Ausbildungsbereichen Kopfcroupier, Vollcroupier am Französischen Roulette sowie zur Ausbildung an weiteren Spielen, die im Spielbetrieb einer deutschen Spielbank angeboten werden.