


"Der Weg nach oben!"
Wie in anderen Berufen des Dienstleistungsgewerbes gibt es auch innerhalb des Croupierberufes unterschiedliche Positionen, Beförderungsrichtlinien und entsprechende Karrierechancen.
Positionen und Beförderungen
Sehen Sie zwei Croupiers bzw. Dealer am Spieltisch die gleiche Arbeit verrichten, so kann deren Position bzw. Entlohnung höchst unterschiedlich ausfallen. Die nun folgende Auflistung nimmt als Beispiel die Personal- bzw. Beförderungsstruktur des Croupiers am Französischen Roulette unter die Lupe. Black Jack/Poker/American Roulette-Dealer haben eine ähnliche Struktur, wobei zu beachten ist, dass die Karrierechancen eines reinen Black Jack-Dealers eher eingeschränkt sind.
Von Vorteil ist wie in jedem Beruf eine ständige Weiterbildung. Fortbildungskurse, soweit sie nicht zwingend vorgeschrieben sind, sollten auch im Spielbankenbereich freiwillig besucht werden. Engagement zahlt sich aus.
Nicht nur das reine Fachwissen und die manuellen Fähigkeiten des Mitarbeiters fließen in die Leistungsbeurteilung ein. Das Auftreten am Spieltisch, der Umgang mit den Casinogästen sowie das allgemeine persönliche Erscheinungsbild spielen ebenfalls eine große Rolle in den Beförderungskriterien der einzelnen Casinos.
"Karriereleiter"
Die Bezeichnungen und Positionen der nun folgenden "Karriereleiter" können von Casino zu Casino unterschiedliche Wertigkeiten haben. Betrachten Sie die folgenden Ausführungen daher bitte nur als eine Art grobes Raster.
Croupier-Anfänger
Auch Croupier-Anwärter genannt. Unterteilung in mehrere Stufen z.B. Anwärter 1-5, wobei 5 die niedrigste Stufe ist. Geringer Punktanteil oder Festgehalt. Beförderung in der Regel halbjährlich (abhängig von Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung) mit am Anfang geringerer leistungsbezogener Komponente. Kompaktere Unterteilung der Positionen möglich. Beurteilung durch Tischchef/Saalchef und Direktion. Betriebszugehörigkeit zwischen 0 und 3 Jahren. Arbeitsbereich: Kopfcroupier, Black Jack/Poker-Dealer oder American Roulette-Dealer.
Vollcroupier
Auch nur Croupier, Drehcroupier oder Dreher bezeichnet. Unterteilung in mehrere Stufen, beginnend mit "Dreher 5" bis "Dreher 1 Endstufe" (Beispielbezeichnungen). Punktanteil abhängig von Betriebszugehörigkeit und Qualifikation. Beförderung meist halbjährlich/jährlich oder in größeren Abständen. Starke leistungsbezogene Komponente, zum Teil mit einem Basispunktanteil plus variabler Leistungszulage. Beurteilung durch Tischchef/Saalchef und Direktion. Betriebzugehörigkeit in der Regel mehr als drei Jahre. Arbeitsbereich: Drehcroupier-/Kopfcroupier plus, je nach absolviertem Fortbildungskurs, Einsatz an weiteren Spielen.
Souschef
Auch als stellvertretender Tischchef bezeichnet. In der Regel keine weitere Unterteilung. Punktanteil abhängig von Betriebszugehörigkeit mit hoher leistungsbezogener Komponente. Ebenfalls Basispunktanteil mit variabler Leistungszulage möglich. Beurteilung durch Tischchef/Saalchef und Direktion. Betriebszugehörigkeit meist mehr als fünf Jahre. Arbeitsbereich: Drehcroupier mit Einsatz als stellvertretender Tischchef oder Baccarachef.
Tischchef
Auch "Chef de Table" oder Spielleiter genannt. In der Regel keine weitere Unterteilung. Punktanteil abhängig von Betriebszugehörigkeit mit einer sehr hohen leistungsbezogenen Komponente. Basispunktanteil mit variabler Leistungszulage möglich. Beurteilung durch Saalchef/Direktion. Betriebszugehörigkeit in der Regel länger als zehn Jahre. Arbeitsbereich: Chef des Spieltisches mit überwiegender Kontrollfunktion. Auch als Baccarachef oder stellvertretender Saalchef (bei entsprechender Ausbildung) eingesetzt.
Saalchef
Auch als Betriebsleiter bezeichnet. Unterteilung möglich z.B. Saalchef-Anwärter. Punktanteil abhängig von Betriebszugehörigkeit mit sehr hoher leistungsbezogener Komponente. Basispunktanteil mit variabler Leistungszulage möglich. Beurteilung durch Direktion. Betriebszugehörigkeit meist länger als zehn Jahre. Arbeitsbereich ist der Spielsaal. Exponierte Position mit Kontrollfunktionen sowie Verwaltungsaufgaben die den direkten Spielbetrieb betreffen, etwa die Erstellung von Dienstplänen.
Leiter der Spielbank
Auch Direktor, technischer Leiter oder technischer Direktor bezeichnet. Unterteilung möglich (stellvertretender technischer Direktor). Besetzung der Position auch durch Ausschreibung oder externe Kandidaten. Basispunktanteil plus variabler Leistungszulage möglich. Auch Mischformen der Entlohnung kommen vor (Teile des Gehaltes werden von der Betreibergesellschaft bezahlt und nicht dem Tronc entnommen) oder es erfolgt vollständige Bezahlung aus Mitteln der Betreibergesellschaft. Ernennung durch Betreibergesellschaft/Aufsichtsrat. Arbeitsbereich: Allgemeine Administration, Personalwesen, kaufmännische Aufgaben, Marketing.
In jüngster Zeit greifen einige Betreibergesellschaften zur Besetzung dieser leitenden Position z.B. auch auf diplomierte Betriebs- oder Volkswirte zurück, die nicht die "klassische" Casinokarriere hinter sich haben.
Beste Karrierechancen hat der Croupier bei Neueröffnung einer Spielbank. Hier ist der eventuell vorhandene Stellenplan noch weitgehend nach oben offen, während in "etablierten" Banken oft der "Beförderungsstau" durchzustehen ist.
Sozialleistungen
Sozialleistungen werden im üblichen Rahmen gewährt. Betriebliche Altersvorsorge wird in einigen Casinos in unterschiedlicher Form angeboten (Direktversicherungen etc.). Essensgeld und Zuschüsse für Arbeitskleidung sind nicht unüblich. Förderung des Betriebssports erfolgt im üblichen Rahmen. Sonderleistungen wie etwa Jubiläumsprämien sind abhängig vom jeweiligen Tarifvertrag. "Urlaubsgeld" bzw. ein "13. Monatsgehalt" gibt es im Croupierberuf nicht. Sonderzahlungen in Form von so genannten "Schüttungen" (Jahresgratifikationen) oder "Erfolgsanteilen" sind jedoch aus einigen Spielbanken bekannt. Diese Gratifikationen werden ebenfalls in der Regel aus dem Tronc erwirtschaftet. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird gewährt.
Arbeitszeit
Eine exakt geregelte, tägliche Arbeitszeit kennen Croupiers nicht. Die tägliche Arbeitszeit bewegt sich in einem Bereich von 5 bis 10 Stunden. Je nach Tarif- bzw. Arbeitsvertrag beträgt die wöchentliche Arbeitszeit zwischen 35 und 42 Stunden. Überstunden sind meist mit dem Grundgehalt abgegolten. Teilzeitarbeit und "Jobsharing" ist nicht unüblich. Zeitverträge sind auch in der Spielbankbranche weit verbreitet.
Gearbeitet wird (solange nicht wie in Kleinbanken ein "Ein-Schicht-System" gefahren wird) in Wechselschicht, ergo mit täglich wechselnden Anfangszeiten. Ein bis drei freie Tage in der Woche sind die Regel. Urlaub wird in der tariflich festgelegten Höhe gewährt. Die Arbeitzeit am Spieltisch selbst beträgt zwischen 30 und 120 Minuten, unterbrochen von regelmäßigen, kurzen Pausen von 15 bis 30 Minuten Dauer.
Eine "kritische" Betrachtung zum Beruf des Croupiers finden Sie im Essay.

Berufsbild Croupier