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"Kopf hoch!"
Unterschieden wird zwischen dem Kopfcroupier, dem Vollcroupier, dem Karten bzw. Black Jack-Dealer sowie dem "Amroul" (American Roulette) Croupier bzw. Dealer. Ist die Ausbildung an den Einzelspielen noch eher die klassische Form der Ausbildung, gehen die deutschen Casinos mittlerweile dazu über, ihre Kursanten an allen angebotenen Spielen auszubilden.
Casinoland möchte jedoch erst einmal, der besseren Übersicht wegen, bei der klassischen Form bleiben. Die Ausbildung unterteilt sich wie folgt (nachfolgende Auflistungen/Erklärungen sollen nur ein Beispiel sein und können sich von Spielbank zu Spielbank in Form und Durchführung deutlich unterscheiden):
Ausbildung Kopfcroupier
Die Position des Kopfcroupiers ist die eigentliche Anfängerposition am Französischen Roulette. Begonnen wird meist damit "Salat" zu machen. Dabei wird nicht etwa ein schmackhafter Feldsalat zubereitet, sondern eine ungeordnete Anzahl Jetons liegt vor den Kursanten, den diese in einer bestimmten Zeit aufzunehmen und zu ordnen haben. Diese Übung dient in erster Linie dazu, ein Gefühl für Gewicht und Form der Jetons zu bekommen. Parallel zum "Salat" hat der Kursant die Nebennummern, Finalen und sonstigen Spielregeln zu lernen.
Ein beliebter Test der Ausbilder ist das Abfragen der Zahlenfolge innerhalb des Roulettekessels. Die Zahlenfolge muss vorwärts und rückwärts ohne große Überlegung aufgesagt werden und dient dem Verständnis der Positionen der einzelnen Zahlen innerhalb des Kessels. Dies ist unabdingbar, um dem Casinogast einen schnellen Service bieten zu können. Das Errechnen von Gewinnsummen ("Wie viel ergibt ein Cheval á 5 und drei Carré á 10 plus eine Transversale Simple á 25?") wird geübt, sowie das so genannte Linieren oder Alinieren (versetzt auflegen) der Jetons. Hierbei wird dem Kursant beigebracht z.B. € 100 in 5er Jetons in regelmäßigen Abständen, den so genannten Fraktionen, flüssig aufzulegen. Klingt einfach, ist es aber nicht. 100 Euro á € 5 sind 20 Stücke. Diese sollen in einem Rutsch (mit Hilfe einer speziellen Handhaltung) flott aufgenommen werden, ohne dass die Jetons aus der Hand fallen. Jeder Croupier wird Ihnen erzählen können, dass er zum Anfang seiner Ausbildung Mühe hatte auch nur fünf Jetons ohne Probleme aufzunehmen und wieder in geordneter Fraktion auf den Tisch zu legen. Und das auch noch in flotter Geschwindigkeit.
Die Arbeit mit dem Rechen (Rateau) wird geprobt sowie das Werfen der Jetons. Die zu werfenden Jetons sind sauber vom Kopfende des Tisches zum Platz des Drehcroupiers zu werfen, ohne dass sie in alle Himmelsrichtungen auseinander fliegen. Mit einem Jeton mag das noch funktionieren, sobald zwei oder mehr Jetons geworfen werden müssen wird es schwierig. Elegant soll es aussehen und der Daumen darf nicht abgespreizt werden. Manche Ausbilder bestehen z.B. noch heute auf dem berüchtigten "Telefonbuch". Dabei wird ein dickes Buch unter die Achseln des Kursanten geklemmt, dann wird geworfen. So mancher Croupieranwärter ist daran schier verzweifelt!
Hohe Absprungrate
Überhaupt ist die "Absprungrate", die Anzahl der Kursanten die den Kursus vorzeitig beenden oder vom Kursleiter aufgefordert werden den Kurs zu verlassen, im ersten Drittel der Kursdauer hoch. Bis zu 60% der Teilnehmer werfen das Handtuch und verlassen vorzeitig den Kurs. Doch zurück zur Ausbildung.
Regelsicherheit? Definitiv!
Parallel zur Aneignung der für den Croupierberuf unabdingbaren manuellen Fertigkeiten, werden, wie schon einleitend gesagt, die am Spieltisch geltenden Regeln gelernt und vom Kursleiter überprüft. Hierbei wird wie bei einem modernen Computer "Multitasking" vom Kursteilnehmer erwartet. Wird beispielsweise das Auflegen und Fraktionieren von Jetons geprobt, wird immer wieder gleichzeitig eine Regel oder Nebennummer abgefragt. Die Regel muss ohne mit dem Fraktionieren aufzuhören, wie aus der Pistole geschossen aus dem Munde des Kursanten kommen. Regelsicherheit ist das A und O am Spieltisch, auch wenn durch hohes Spielaufkommen der "Stresslevel" enorm ist. Zum Nachdenken á la "Wie lauteten noch mal die Nebennummern der 23?" bleibt keine Zeit. Nicht umsonst sagt man, dass der Croupier "Drei Arme, drei Ohren und drei Augen" haben muss. Apropos Augen: Übersicht und ein sehr gutes Gedächtnis sind Eigenschaften die sich der Croupieranfänger unbedingt aneignen muss.
Abschlussprüfung
Meist gegen Mitte der Ausbildungsdauer gibt es "Testspiele". Hierbei werden praxisnahe Spielsimulationen durchgeführt, die den Auszubildenden einen "Vorgeschmack" auf das reale Spiel am Spieltisch geben sollen. Annoncen, werfen, alinieren, diverse Auszahlungen mitrechnen und Jetons mit dem Rateau platzieren: Alle möglichen Spielsituationen werden hier durchgespielt. Spätestens hier trennt sich endgültig die Spreu vom Weizen.
Nur diejenigen Kursanten die das Regelwerk und die manuellen Fähigkeiten in den Augen der Ausbilder passabel umsetzen können, werden zur abschließenden Prüfung zugelassen und ggf. in den Spielbetrieb übernommen.
Die Ausbildung ist jedoch mit dem Kursende noch nicht beendet. Erst nach etwa zwei oder drei Jahren am Spieltisch und mehreren Perfektionskursen kann man von einem voll ausgebildeten Kopfcroupier sprechen. "Learning by doing" heißt hier die Devise.
Auf der nächsten Seite finden Sie Informationen zur Ausbildung zum Vollcroupier.
